Leitbild

Das Leitbild vom Coucou

Stell dir vor, es passiert Kultur und keine*r kriegts mit. Dieser Satz steht mit unsichtbaren Buchstaben auf der Coverseite jeder Coucou-Ausgabe geschrieben.

Das Coucou erinnert, berichtet, visioniert. 

Es ist das Gedächtnis der Stadt, erinnert an ihre Geschichte, an seine Institutionen, an das, was seine Spuren hinterlassen hat. 

Es ist das Bewusstsein der Stadt, berichtet über ihre lebendige Szene, ihre Experimente und jene, die darin fussfassen. 

Es entwirft die Vision der Stadt, weist auf Wege hin, die darauf warten, begangen zu werden.

Das alles durch beispielsweise historische Hintergrundartikel, Interviews mit Engagierten aus grossen Institutionen und alternativen Szenen sowie künstlerischen Texte.

Das Coucou fördert, vermittelt, bestärkt. 

Es fördert, indem es Bildermacher:innen und Texter:innen eine Chance gibt, sich bei einem Magazin zu engagieren, Erfahrungen zu sammeln und Feedback zu erhalten. 

Es vermittelt, indem es durch seinen Kalender die Stadtbewohner:innen über Events informiert, durch Empfehlungen auf Sehens- und Hörenswertes hinweist, durch Rezensionen das kulturelle Geschehen einordnet. 

Es bestärkt, indem es Künstler:innen, Musiker:innen, Tänzer:innen, Theatermachende und kulturell Engagierte durch Interviews, Artikel und Porträts sichtbar macht, sie miteinander vernetzt  oder ihnen im Magazin eine Plattform bietet, auf der sie ihr Schaffen präsentieren können.

Das Coucou weiss, Kultur steht stets auf drei Standbeinen: Es braucht jene, die sie machen, jene, die sich für sie begeistern, und jene, die für die Begegnung zwischen beiden sorgen. Ohne Publikum verlieren sich die Kulturschaffenden einer Stadt im endlosen Selbstgespräch. Und ohne Kulturschaffende versinkt eine Stadt im unspezifischen Gebrabbel. Erst durch die Kulturvermittlung entsteht der Raum für nachhaltige Gespräche. Es ist falsch zu glauben, durch Kulturvermittlung werde Kultur relevant gemacht, denn die Relevanz von Kultur ist ihre Vermittlung. Fehlt das Gespräch über Konzerte, Filmvorführungen und Theaterstücken, verkümmern sie zur Abendunterhaltung. Fehlt das Gespräch über Malereien, Fotografien, Skulpturen, verkümmern sie zu belanglosen Objekten. Fehlt das Gespräch über Tanz, verkümmert er zu einer nett anzusehenden körperlichen Tätigkeit.

Kultur wird gefördert, indem sie in Kulturmagazinen zum Thema gemacht wird. Sie ist nicht statisch, sie ist dynamisch. Erst durch das Wechselspiel von Kulturschaffenden, -begeisterten und -vermittelnden entsteht eine lebendige Stadtkultur. Kurzum, manche kennen Winterthur vom Hörensagen, andere lesen das Coucou.

Das Coucou geht eigenständige Wege. Es beleuchtet die Seite, die abseits des Mainstreams liegt. Es ist Sprachrohr für die Kulturinstitutionen, ihre Anliegen, ihre Probleme und informiert über ihre Entwicklungen.

Es ist darum bemüht, auch das Magazin selbst in kollegialer Zusammenarbeit und mit einer ausgeprägten Diskussionskultur im freundschaftlichen Ton zu organisieren, für eine Welt ohne das Wort «Führungsspitze». Das mag utopisch klingen, das ist es auch. Und dazu bleibt nur zu sagen: Du hast keine Chance, nutze sie!